20.03.2018

Medizin, Psychologie und Theologie im Gespräch: "Das unwiderstehliche Streben nach Schönheit"

Vortragsreihe "Lebensthemen" über das Wohl und Wehe eines Glücksversprechens - Symposion zum Informieren und Diskutieren am Samstagnachmittag, 24. März, im Luisenhospital

Ein Symposion in Aachen bringt Medizin, Psychologie und Theologie ins Gespräch über die Sucht nach Schönheit. (© Photographee.eu | fotolia.com)

Das Erlebnis der Schönheit ist ambivalent. Es fasziniert, wirkt überwältigend, lässt Anmut, Sinn und Harmonie erfahren. Wendungen wie „atemberaubend“ und „bezaubernd“, die dem Adjektiv „schön“ zugehören, deuten dies an. „Wunderschön“ weist auf den Widerfahrnischarakter hin, deutet die religiöse Qualität des Erlebnisses an und signalisiert, dass sich Schönheit nicht produzieren lässt. Daraus resultiert ein Leiden: Sehnsucht nach Schönem kann sich in Sucht verkehren. Sie gerät zur Versuchung, sich den Wunsch nach Schönheit um jeden Preis erfüllen zu wollen. Medizin, Psychologie und Theologie im Schönheitskulte sind seit Jahrtausenden kulturübergreifend nachweisbar. Sie haben religiöse Züge, damals wie heute: Menschen unterziehen sich schmerzhaften Ritualen bis hin zu Operationen; sie verachten „Sünder“ und „Andersgläubige“.

Liebe macht schön

Der Gegenpol wäre die Wahrnehmung der Schönheit unter dem Aspekt der Liebe. Wer einen anderen Menschen liebt, fühlt sich von ihm bezaubert. Er empfindet ihn als schön – diesseits der Ideale der Lifestyle-Magazine. Diese intime Schönheit vermittelt das Gefühl, vom Leben mit Sinn beschenkt zu werden: sei es durch den Blick des Partners, sei es durch den Anblick von Kindern, die wie selbstvergessen spielen.

Vor diesen Hintergründen treten in der Reihe „Lebensthemen“ Mediziner, Psychologen und Theologen in einen öffentlichen Dialog ein. Sie suchen nach Antworten auf Fragen wie die folgenden:

  • Wie groß ist im Vergleich zu anderen existenziellen Faktoren der Einfluss, den das Streben nach Schönheit auf unser Leben hat?
  • Welche Schönheitserwartungen haben wir an uns selbst und an Andere?
  • Was erhoffen wir uns von der Begegnung mit Schönheit – in der Natur, der Kunst, zwischen Menschen?
  • Wie lässt sich darauf hinwirken, dass sich diese Hoffnungen nicht verselbständigen oder gar in Verzweiflung verkehren, sondern möglichst erfüllen?

Bei einem Symposion am Samstag, 24. März, 15 bis 17 Uhr, im Luisensaal des Luisenhospitals Aachen, Boxgraben 99, diskutieren diese Fachleute über ihre beruflichen Erfahrungen mit dem Streben nach Schönheit:

  • Impuls-Referat 1: Ästhetische Chirurgie – Was Patienten wollen und was ärztliche Kunst kann, Referent: Priv.-Doz. Dr. med. Dan m. O‘Dey, Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am Luisenhospital Aachen
  • Impuls-Referat II: Was lässt Menschen attraktiv erscheinen – und damit (un-)glücklich werden? Referent: Dr. med. Marcus Redaelli, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität zu Köln
  • Impuls-Referat III: Schönheit als Zeichen gelingender Beziehungen, Referent: Dr. Marco A. Sorace, Dozent an der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen

Durch die Veranstaltung führen Dr. phil. Uwe Beyer und Pfarrerin Bärbel Büssow. Der Eintritt ist frei.

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