LEBENSTHEMEN Medizin, Psychologie und Theologie im Gespräch | Gottesdienst

08.03.2020 11:00 - Ende offen

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: Simone Glup

Ort: Annakirche / Gemeindehaus

„Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.” (Matthäus 5,9)

Wie entstehen Kriege, welche Folgen haben sie, was schafft ‚gerechten Frieden’?

Das moderne Völkerrecht ächtet den Krieg. Der Ökumenische Weltkirchenrat formulierte 1948 vor dem Hintergrund der beiden Weltkriege: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“ Dennoch sieht es nicht danach aus, als ob Krieg aus der Geschichte der Menschheit verschwinden würde. Selbst in zutiefst kriegsgeschädigten Gesellschaften wie denjenigen Europas ist Friede ein fragiler Zustand. Das haben die Balkankriege im zerfallenden Jugoslawien der 1990er-Jahre und dann die russischen Militär-Interventionen in der Ukraine seit 2014 gezeigt. Auch haben die Balkankriege erkennen lassen, dass ein Ja zum Frieden nicht zwingend ein Nein zum Krieg bedeutet. Der Eintritt in einen Krieg kann ein Mittel der ultima ratio sein, um schwersten Kriegsverbrechen wie einem absehbaren Völkermord Einhalt zu gebieten und einem qualifizierten Frieden den Weg zu bereiten: einem, der die Einhaltung der Menschenrechte und ein gesellschaftliches Zivilleben weitgehend sichert. Doch was macht Menschen – Einzelne wie Gesellschaften und Staaten – immer wieder gewalt- und damit kriegsbereit? Sind es anthropologische Aspekte wie Selbstsucht und Selbstbehauptung und die Idee, dass die eigenen Interessen über die der anderen Völker zu dominieren hätten? Ist es die anarchische Struktur der internationalen Politik, die Staaten zur Machtkonkurrenz verleitet? Was könnte aus der Kriegsursachenforschung an Folgerungen abgeleitet werden, um eine ‚Psychologie der Friedensfähigkeit’ zu entwickeln? Welche Rolle könnten Religionen hier einnehmen? In welchen Dimensionen von Konfliktprävention bis Versöhnungsarbeit entfaltet sich christliche Friedensethik heute? – Und Mediziner? Sie müssen mit schwersten physischen Verletzungen und mit Traumatisierungen umgehen, die Soldaten wie Zivilpersonen in Kriegen erleiden. Wie ist es heute in Deutschland um die medizinisch psychologische Betreuung und gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen bestellt, die ein Kriegstrauma davongetragen haben?

Grundsätzlich gefragt: Wie kann, wie sollte mit den Schrecken des Krieges umgegangen werden? Wie lässt sich Friedensfähigkeit fördern? Wie ‚gerechter Frieden’ schaffen, in Gesellschaften wie zwischen Nationen?

Solche Fragen werden wir in dieser Reihe der LEBENSTHEMEN erörtern.


Predigt: Joachim Büssow | Pfarrer an der Annakirche, Aachen

Organisation und Moderation der Reihe: Dr. phil. Uwe Beyer und Pfarrerin Bärbel Büssow
In Zusammenarbeit mit dem Luisenhospital in Aachen und dem Universitätsklinikum Aachen