Symposium . LEBENSTHEMEN Medizin, Psychologie und Theologie im Gespräch

13.09.2020 15:30 - 18:00

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: simone.glup@ekir.de

Ort: Luisenhospital

Gebühren: Eintritt frei

Impuls-Referat I – Psychologie: Wie viel Gewalt braucht unsere Gesellschaft?
Gewalt als dysfunktionale Lösungsstrategie und als positive Wirkkraft
Referentin: Andrea Crombach
Dipl. Sozialarbeiterin, System. Familientherapeutin, Katholischer Verein für soziale Dienste in Aachen e. V.

Impuls-Referat II – Medizin: Therapie von Kriegs-Flüchtlingen aus systemisch-kultureller Sicht Möglichkeiten und Herausforderungen am Beispiel von Geflüchteten aus Syrien
Referent: Dr. Jamal Khalil Sobeh
Dipl.-Psychologe am SPZ- Bethlehem Krankenhaus Stolberg

Impuls-Referat III – Theologie: Gerechter Frieden
Was bedeutet das in der praktischen Konfliktbearbeitung?

Referent: Jörgen Klußmann
M.A., Studienleiter an der Evangelischen Akademie im Rheinland und Systemischer Coach


LEBENSTHEMEN Medizin, Psychologie und Theologie im Gespräch
Wie entstehen Kriege, welche Folgen haben sie, was schafft ‚gerechten Frieden’?

Das moderne Völkerrecht ächtet den Krieg. Der Ökumenische Weltkirchenrat formulierte 1948 vor dem Hintergrund der beiden Weltkriege: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“ Dennoch sieht es nicht danach aus, als ob Krieg aus der Geschichte der Menschheit verschwinden würde. Selbst in zutiefst kriegsgeschädigten Gesellschaften wie denjenigen Europas ist Friede ein fragiler Zustand. Das haben die Balkankriege im zerfallenden Jugoslawien der 1990er-Jahre und dann die russischen Militär-Interventionen in der Ukraine seit 2014 gezeigt. Auch haben die Balkankriege erkennen lassen, dass ein Ja zum Frieden nicht zwingend ein Nein zum Krieg bedeutet. Der Eintritt in einen Krieg kann ein Mittel der ultima ratio sein, um schwersten Kriegsverbrechen wie einem absehbaren Völkermord Einhalt zu gebieten und einem qualifizierten Frieden den Weg zu bereiten: einem, der die Einhaltung der Menschenrechte und ein gesellschaftliches Zivilleben weitgehend sichert.

Doch was macht Menschen – Einzelne wie Gesellschaften und Staaten – immer wieder gewalt- und damit kriegsbereit? Sind es anthropologische Aspekte wie Selbstsucht und Selbstbehauptung und die damit verbundene Idee, dass die eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen über die der anderen Völker zu dominieren hätten? Ist es die multipolare und anarchische Struktur der internationalen Politik, die Staaten zur Machtkonkurrenz verleitet? Was könnte aus der Kriegsursachenforschung an Folgerungen abgeleitet werden, um eine ‚Psychologie der Friedensfähigkeit’ zu entwickeln? Welche helfende Rolle könnten Religionen hierbei einnehmen? In welchen Dimensionen von Konfliktprävention bis Versöhnungsarbeit entfaltet sich christliche Friedensethik heute? Und Mediziner? Sie müssen in Feldlazaretten wie in heimischen Kliniken mit schwersten physischen Verletzungen und mit Traumatisierungen umgehen, die Soldaten wie Zivilpersonen in Kriegen erleiden. Wie ist es heute in Deutschland um die medizinisch-psychologische Betreuung und gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen bestellt, die ein Kriegstrauma davongetragen haben?

Grundsätzlich gefragt: Wie kann, wie sollte mit den Schrecken des Krieges umgegangen werden? Wie lässt sich Friedensfähigkeit fördern? Wie ‚gerechter Frieden’ schaffen, in Gesellschaften wie zwischen Nationen?

Solche Fragen werden wir in dieser Reihe der LEBENSTHEMEN erörtern.


HINWEIS: Die Lebensthemen am 13. September sind nach jetzigem Stand als Präsenzveranstaltung möglich und vorgesehen. Das gilt sowohl für den Gemeindegottesdienst am Vormittag als auch für das Symposium. Wir bitten Sie die aktuellen Informationen zeitnah an dieser Stelle abzurufen.


Organisation und Moderation der Reihe: Dr. phil. Uwe Beyer und Pfarrerin Bärbel Büssow
In Zusammenarbeit mit dem Luisenhospital in Aachen und dem Universitätsklinikum Aachen