Wochenendseminar: 'Hinter tausend Stäben keine Welt?' Vortrag, Gespräch

30.10.2021 11:00 - 31.10.2021 17:00

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: Herr Dr. phil. Uwe Beyer

Ort: VHS Aachen

Eine philosophische Wahrnehmung Rainer Maria Rilkes

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926) ist ein Seismograph der Moderne. Er durchfühlt, wie das geistige Leben in Europa um die Wende zum 20. Jahrhundert hochgradig nervös wird und eine bis dahin unbekannte Daseins-beschleunigung erfährt. Ich-Verlust, Realitätszerfall, die Zerstörung der monarchischen Gesellschaften im Mündungsfeuer des Ersten Weltkriegs: Während ein Denker wie Martin Heidegger (1889-1976) das neue Lebensgefühl mit einer 'Ontologie der Zeit' zu beschreiben versucht, skizziert Rilke im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eine 'Ontologie des Raums'. In ihn stellt er 'Dinge'. Durch deren Wahrnehmung soll je-weils eine ganze, in sich beruhigte, das Dasein des Menschen auf eine stimmige Weise in sich fassende Welt entstehen. Ding-Gedichte wie Der Panther und Das Karussell sind meisterhafte Beispiele dieser poetischen Praxis.

Später wird Heidegger seinerseits dem Ding-Begriff eine zentrale Bedeutung in seinem Denken geben. Zu-dem gibt es Analogien zwischen Rilkes 'Ontologie des Raums' und der Philosophie des ZEN. In der Ge-genwart spiegelt sich Rilkes Ansatz in der Sinnfeld-Ontologie Markus Gabriels (*1980) wieder. - Drei gute Gründe, sich Rilke aus philosophischer Perspektive zu nähern!

 

Als Präsenzveranstaltung vorgesehen

Aktuelle Informationen bitte zeitnah unter: www.stadtakademie-aachen.de oder www.vhs-aachen.de abrufen.

 

Leitung und Referent: Dr. Uwe Beyer

30.10.2021 \| 31.10.2021

Sa. 11:00-13:00 Uhr \| 14:30-18:30 Uhr

So. 11:00-13:00 Uhr \| 14:30-17:00 Uhr

Volkshochschule, Peterstraße 21-25, Aachen

Teilnahmegebühr: 48,00 Eur