„Die Glasglocke“ – der autobiographische Roman der amerikanischen Dichterin Sylvia Plath

05.03.2026 ,   18:00 - 19:30 Uhr

Veranstalter:  Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: simone.graff@ekir.de 0241-453162

Ort: Haus der Evangelischen Kirche
Frère-Roger-Str. 8-10
D-52062 Aachen
Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

Gebühren: keine

Sylvia Plath (1932-1963) gehört zu den amerikanischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, die zur feministischen Ikone wurden. Vor allem ihre Gedichte im Stil der „confession poetry“ wie „Ariel“(1962 entstanden) und ihr Roman „Die Glasglocke“ (1961 entstanden) begründeten diesen Ruf. Auch ihr tragisches Ende
trug dazu bei: die Mutter einer dreijährigen Tochter und eines einjähriges Sohnes nahm sich am 11. Februar 1963, dreißigjährig, ein halbes Jahr nach der Trennung von ihrem Mann, dem Dichter Ted Hughes, das Leben, und dies zu einer Zeit, als ihr literarischer Stern gerade aufzugehen begann.

Ihre Stimme ist heute noch frisch und unmittelbar, ihre Sprache ist zart und verletzlich und zugleich nüchtern und kühl, humorvoll und bisweilen beißend–sarkastisch. Ihr Roman „Die Glasglocke“ zeigt wie auch ihre Gedichte und Tagebücher eine junge Frau im Ringen um ihre weibliche Identität und ein selbstbestimmtes Leben als Schriftstellerin. Insbesondere „Die Glasglocke“ zeichnet das Bild einer Frau, die zerrissen ist zwischen manischenthusiastischen Energieschüben, Überanpassungen an familiäre und eigene Leistungserwartungen einerseits und depressiven Zuständen und einer „metaphysischen“ Angst, dem Wahnsinn zu verfallen, andererseits.

Der Roman ist autobiographisch: eine radikale psychologische Selbsterforschung, die von der anfänglichen Selbstentfremdung: „ich steuerte nicht mal mich selbst“ über einen Suizidversuch schließlich in das Offene einer selbstbestimmteren Zukunft: „Ich war meine eigene Frau.“ führt.

In dieser Veranstaltung soll der Roman thematisch im Mittelpunkt stehen, nicht als durchgängige Lektüre, sondern perspektivisch analysiert werden als literari-sches Zeugnis existentieller Suche nach dem eigenenweiblichen Selbst. Diese Selbst-Bildung stellt sich hier als konfliktreich und zugleich als fragil bleibend heraus. Aus welchen psychologischen und gesellschaftlichen Gründen? Das gilt es herauszufinden, unter Einbeziehung der Tagebücher, Briefe, Gedichte und der Lebensgeschichte Sylvia Plath‘s.

Die Suche nach einer eigenständigen ‚weiblichen Identität’ bleibt gerade nach den Jahrzehnten eines revolutionären Feminismus und dem Backlash des Aufkommens autoritärer Ideologien und der wachsenden Gewalt gegen Frauen ein konfliktreicher, aber lohnender und existenziell notwendiger Prozess.

Die Lektüre des Romans wird nicht vorausgesetzt. Ausgewählte Texte werden bereitgestellt.
Der Roman ist als Taschenbuch bei Suhrkamp erhältlich und kostet 12, - €

Termine:
Teil I: Donnerstag, 26.02.2026
Teil II: Donnerstag, 05.03.2026
18.00-19.30 Uhr
Ort: Haus der Evangelischen Kirche (Blauer Raum) Frère-Roger-Straße 8-10, 52062 Aachen
Referentin: Pfarrerin i.R. Sylvia Engels
Der Eintritt ist frei.
Anmeldung unter simone.graff@ekir.de
Telefon: 0241-453162