„Weibliche“ Mystik

02.12.2025 ,   18:00 - 20:15 Uhr

Veranstalter:  Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: simone.graff@ekir.de 0241-453162

Ort: Annakirche/Gemeindehaus
Annastr. 35
D-52062 Aachen
Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

Gebühren: 6,- Euro

In Kooperation der ESA mit der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik e.V.

Wenn von „weiblicher Mystik“ die Rede ist, sind damit in der Regel Traditionen der Mystik gemeint, die im biologischen Sinn auf Frauen zurückgehen. In diesem Halbjahr wollen wir uns mit einer solchen ‚Mystik von Frauen’ befassen: indem wir gemeinsam Texte von und über Rabia von Basra (713-801), Teresa von Avila (1515-1582) und Etty Hillesum (1914-1943) lesen. Dadurch, dass wir uns jeweils einer islamischen, einer christlichen und einer jüdischen Mystikerin widmen, nehmen wir zugleich den im ersten Semester 2025 neu gewählten Ansatz einer interreligiösen Betrachtung auf.

Bewusst wurde das „Weibliche“ im Titel in Anführungszeichen gesetzt, weil eine leitende Frage unserer Lektüre jene sein soll, ob mit der Unterscheidung von Weiblichkeit und Männlichkeit – gerade in Bezug auf Mystik – nicht etwas anklingt, das über die bloße Geschlechterdifferenz hinausträgt, im Sinne einer Ausrichtung entweder auf überbegriffliche Einheit (‚weiblich’) oder begrifflichen Objektivismus (‚männlich’). In dieser gestisch-symbolischen Betrachtungsweise hätten alle Mystikerinnen und Mystiker der Möglichkeit nach individuell je unterschiedlich gewichtete ‚weibliche’ wie ‚männliche’ Anteile.

Themen und Termine:

„… bis die Wörter in mir herangewachsen sind.“ Etty Hillesum (1914-1943) – eine jüdische Frau und Mystikerin im 20. Jahrhundert

Die niederländische Jüdin Etty Hillesum ist für das deutschsprachige Interesse an Mystik ein eher neuer Name. Sie war eine von den Nazis im KZ Auschwitz- Birkenau ermordete, tief spirituelle junge Frau. Der Fokus angesichts ihrer sehr lesenswerten Tagebücher („Das denkende Herz der Baracke“) lag bisher auf ihrem eher abendländisch-christlichen Einfluss. Interreligiös spannend könnte – vor dem Hintergrund des Motivs eines mit dem Menschen schicksalhaft verwobenen Gottes – eine Erörterung des (auch nach Geshom Scholem) „weiblichen Prinzips“ der jüdischen Mystik sein, der „Schechina“ als der Einwohnung Gottes in der Welt.

Dienstag, 2.12.2025 | 18.00–20.15 Uhr
Referent: Dr. Gotthard Fuchs (Wiesbaden)

Leitung: Dr. Uwe Beyer (ESA)
Hybrid-Veranstaltung – in Präsenz im Gemeindehaus, Annastraße 35, und digital über ZOOM
Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden.
Teilnahmegebühr pro einzelner Veranstaltung: 6,00 Euro
Anmeldung unter simone.graff@ekir.de