„Weibliche“ Mystik II - Die Wüstenmütter

14.04.2026 ,   18:00 - 20:15 Uhr

Veranstalter:  Evangelische Stadtakademie Aachen

Ansprechpartner/-in: simone.graff@ekir.de 0241-453162

Ort: Anderer Ort (Bitte Beschreibung entnehmen)
Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

Gebühren: 6,- Euro

In Kooperation der Evangelischen Stadtakademie Aachen mit der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf und der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik e.V.

Wenn von „weiblicher Mystik“ die Rede ist, sind damit in der Regel Traditionen der Mystik gemeint, die im biologischen Sinn auf Frauen zurückgehen. Im letzten Halbjahr haben wir uns mit einer solchen ‚Mystik von Frauen’ interreligiös befasst: durch Lektüre von Texten jeweils einer islamischen, einer christlichen und einer jüdischen Mystikerin. In diesem Semester werden wir in die Zeit des frühen Christentums zurückgehen. Damals entstand eine spirituelle Bewegung, die als Ursprung des späteren klösterlichen Lebens der Mönche und der Nonnen gelten kann. Vielfach suchten Männer wie Frauen, ihr Christ-Sein auf eine radikale Weise außerhalb der römisch kontrollierten und für sie damit repressiven Lebenswelt des Vorderen Orients in Einsiedeleien in der Wüste zu praktizieren. Die „Wüstenväter“ wie Antonius der Große haben dabei bis heute einen weitaus höheren Bekanntheitsgrad erreicht als die „Wüstenmütter“. Das ist ein historisch aufzuarbeitendes Defizit. Es verbindet sich mit Fragen wie diesen: Was haben gerade bei den „Wüstenmüttern“ die auf sich genommenen äußeren Entbehrungen bewirkt bei der Suche nach der ‚inneren Wüste’ als nach dem offenen Ort der Empfängnis für die ‚unio mystica’? Gibt es eine spezifisch ‚weibliche’ Botschaft, die ausstrahlt von der Wüsten-Suche nach Stille, nach Aushalten der eigenen Existenz, die von sich frei werden möchte für den befreienden Gott? Bewusst wird hier weiterhin das „Weibliche“ im Titel in Anführungszeichen gesetzt, weil eine leitende Frage unserer Lektüren jene sein soll, ob mit der Unterscheidung von Weiblichkeit und
Männlichkeit – gerade in Bezug auf Mystik – nicht etwas anklingt, das über die bloße Geschlechterdifferenz hinausträgt, im Sinne einer Ausrichtung entweder auf überbegriffliche Einheit (‚weiblich’) oder begrifflichen Objektivismus (‚männlich’). In dieser gestisch-symbolischen Betrachtungsweise hätten alle Mystikerinnen und Mystiker der Möglichkeit nach individuell je unterschiedlich gewichtete weibliche wie männliche Anteile.

Themen und Termine:

Wüstenmütter - Einblick in einzelne Positionen

Bei unserem zweiten Treffen im Halbjahr wollen wir auf die Texte der Wüstenmütter (Amma Synkletika, Amma Melania oder Amma Maria Aigyptia) selbst schauen. Zuweilen standen sie im Ruf, die kaum übersehbare „asketische Härte“ der Wüstenväter abzumildern. Lässt sich dieser Befund bestätigen und geben die Texte Gründe hierfür zu erkennen? Diese wichtigen Fragen sollen uns die Lektüren jener Quellen beantworten, welche noch gar nicht so lange ediert und übersetzt zugänglich sind.

Referent: Dr. theol. Marco A. Sorace, Evangelische Stadtakademie Düsseldorf;
Lesungen: Johanna Dreher, Hamburg
Termin: Dienstag, 14. April 2026
Leitung: Dr. Uwe Beyer (ESA)
Ort: Hybrid-Veranstaltung – in Präsenz in der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf und digital über Zoom

Teilnahmegebühr pro einzelner Veranstaltung: 6 €
Anmeldung: simone.graff@ekir.de oder Tel. 0241 - 453 162